ALLGEMEIN

Die fünfte Vorkehrung eines Aufrufers zu Allāh

Eyad Hadrous 30. Dezember 2019


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Der Dāʿiyah muss sämtliche Barrieren, welche zwischen sich selbst und anderen Menschen liegen, brechen, denn viele unserer Brüder, die Dāʿiyah sind, könnten von einem Volk etwas Verwerfliches (Munkar) sehen und vor lauter Eifersucht und Abscheu zum Verwerflichen, sich so sehr davon betroffen fühlen, dass sie weder zum Menschen hingehen noch einen gutgemeinten Rat erteilen können.

Dieses Handeln ist ein falsches und keineswegs von der Weisheit, vielmehr gehört es zur Weisheit hinzugehen, sie aufzurufen, ihnen die Wahrheit zu überbringen, zu versuchen ihr Interesse zu erwecken und ihnen Angst (vor der Strafe im Jenseits) zu machen. Rede Dir nicht ein, dass sie Frevler seien und man sich deswegen auf keinen Fall mit ihnen abgeben soll. Wenn Du, o mein muslimischer Dāʿiyah, keineswegs unter diesen Leuten verkehren willst und nicht auf sie zugehst, um sie zu Allāh aufzurufen, stellt sich doch die Frage, wer sich dann um sie kümmern soll? Sollen sich etwa diejenigen Leute um sie kümmern, die kein Wissen besitzen? Auf gar keinen Fall (darf das geschehen)! Und deswegen muss der Dāʿiyah Geduld bewahren, wobei dies zu der Art von Geduld zählt, welche wir eingangs erwähnten, nämlich dass er sich selbst in Geduld übt und den Sachverhalt gleichzeitig verabscheut. Er soll die Barriere, die zwischen sich und den Menschen ist, brechen, sodass er in der Lage ist, seine Daʿwah dem zu überbringen, der sie auch benötigt.

Sollte er aber hochnäsig sein, so ist dies im Widerspruch zu dem, wie der Gesandte Allāhs – Allāh segne ihn und gebe ihm Heil – verfuhr. Es ist bekannt, dass der Prophet – Allāh segne ihn und gebe ihm Heil – in den Tagen von Mina zu den Versammlungsplätzen der Polytheisten ging und sie zur (Anbetung) Allāhs aufrief. Es wird dem Propheten – Allāh segne ihn und gebe ihm Heil – zugeschrieben, dass er – Allāh segne ihn und gebe ihm Heil – sagte:

„Will mich jemand dahin bringen, so dass ich die Worte meines Herrn überbringen kann, denn wahrlich, die Quraisch haben mich von der Übermittlung der Worte meines Herrn abgehalten.“ [Aḥmad, Nr. 14510, Nr. 14511 und Nr.14708; Ibn Ḥibbān, Nr. 6274]

Wenn dies also die Gewohnheit unseres Propheten – Allāh segne ihn und gebe ihm Heil – , Imāms und Vorbildes war; Muḥammad – Allāh segne ihn und gebe ihm Heil – , so gehört es zu unserer Pflicht, in der Daʿwah zu Allāh genauso zu sein, wie er – Allāh segne ihn und gebe ihm Heil – es war.

[Zād ad-Dāʿiyah ila Allāh, Muhammad Ibn Sālih al-ʿUthaymīn, übersetzt von Eyad Hadrous]

Die sechste Vorkehrung: Die Brust (Herz) eines Aufrufers zu Allāh sollte gegenüber den, welcher ihm widerspricht groß sein, insbesondere dann, wenn er weiß, dass der Widersprechende eine gute Absicht hegt und nur in Dingen widerspricht, in denen es erforderlich ist, ihm einen Beweis darzulegen. … (Fortsetzung folgt inschāʾ Allāh)