ALLGEMEIN

Eine wichtige Grundregel über das Erlaubte und das Verbotene im Islam

Eyad Hadrous 30. Dezember 2019


share close

Was ist erlaubt und was ist verboten?
… Ich gebe an dieser Stelle eine wichtige Regel besonders an die Schüler des Wissens:

Der Grundsatz in den Mu‘āmalāt (Umgangsformen) ist die Erlaubnis.
Das ist der Grundsatz. Jeder, der dir sagt, dies oder jenes ist verboten, so frage ihn, was der Beweis ist.

Der Grundsatz in den Dingen, die Allāh erschaffen hat, wie Tiere, Bäume oder ähnlichem, ist auch die Erlaubnis.
Jeder, der dir etwa sagt, dass ein Vogel verboten ist, so frage ihn, was der Beweis dafür ist. Denn Allāh sagt in Seinem gewaltigen Buch:

 „Er ist es, Der für euch alles, was auf der Erde ist, erschuf …“ [al-Baqarah 2:29]

Der Grundsatz in den ʿIbadāt (Gottesdiensten) ist das Verbot. Allāh hat diejenigen, die Gottesdienste ohne die Erlaubnis Allāhs gebieten, zu Polytheisten (Muschrikūn) erklärt. Er sagt:

 „Oder haben sie (etwa) Teilhaber, die ihnen als Religion festgelegt haben, was Allāh nicht erlaubt hat?“ [asch-Schūrā 42:21]                                                                                                             

Das ist ein Hinweis darauf, dass der Grundsatz in den religiösen Gottesdiensten das Verbot ist. Jeder, der Allāh anbetet mit Tasbīḥ oder Tahlīl oder Takbīr oder Rukūʿ oder Sudschūd oder ähnlichem, sollte nach dem Beweis gefragt werden.
Jeder hat ein Recht, danach zu fragen, weil der Grundsatz in den Gottesdiensten das Verbot ist.

Das sind drei Grundsätze, die der Islamschüler berücksichtigen und darauf aufbauen muss. Der Grundsatz in den Gottesdiensten ist was? Antwortet. Das Verbot. Jeder, der Allāh anbetet, braucht für seine Anbetungsweise einen Beweis.

Der Grundsatz in den allgemeinen Dingen ist also was? Die Erlaubnis. Alles, was es gibt, ist erlaubt für uns, bis es einen Beweis gibt, der das Verbot für diese oder jene Sache belegt. Was ist der Beweis für diesen Grundsatz? Der Vers:

 „Er ist es, Der für euch alles, was auf der Erde ist, erschuf …“ [al-Baqarah 2:29]                                                                                                         

Der Grundsatz in den Muʿāmalāt und Verträgen ist also was? Die Erlaubnis, bis es einen Beweis gibt, der ein Verbot belegt. Im Vers heißt es:

„…wo Er euch doch ausführlich dargelegt hat, was Er euchverboten hat, außer dem, wozu ihr gezwungen werdet?“ [al-Anʿām 6:119]             

[Vortragsreihe des ehrenwerten Gelehrten Muḥammad Ibn Ṣāliḥ al-ʿUthaymīn Band II, aus der Frage Nr. 7]