Das islamische Glaubensverständnis

Früchte, Vorzug & Lohn des Tauhīds | Was ist ein Taghut?

Früchte des wirklichen Tauhīds

Dazu gehört das Vertrauen einzig und alleine auf Allāh und das man sich bei den Geschöpfen weder beklagt noch ihnen Vorwürfe macht und die Wohlzufriedenheit gegenüber Allāh, den Erhabenen, die Liebe zu Ihn, die Unterwerfung Seiner Urteile und die gute Anbetung und die Wichtigkeit des Gehorsams.

Die Vorzüglichkeit des Tauhīd

1. Allāh, der Erhabene, spricht:

 

 Diejenigen, die glauben und ihren Glauben nicht mit Ungerechtigkeit verdecken, die haben (das Recht auf) Sicherheit, und sie sind rechtgeleitet.“ [6:82]

2. ʿIbādah bin as-Sāmit (radiyallāhu ʿanhu) berichtete, dass der Prophet (sallallāhu ʿalayhi wa sallam) sagte: “Wer auch immer bezeugt, dass es keinen anbetungswürdigen Gott gibt außer Allāh, Er ist Einzig und hat keinen Partner und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist und dass ʿĪsā (Jesus) der Diener Allāhs und Sein Gesandter ist und Sein Wort, das Er Maryam (Maria) entbot, und Geist von Ihm, und dass das Paradies wahr ist und dass die Hölle wahr ist, den wird Allāh gemäß seiner Taten in das Paradies einhergehen lassen.” [Buchārī, Nr. 3435; Muslim, Nr. 28]

Der Lohn für die Leute des Tauhīds

1. Allāh, der Erhabene, spricht:

 

 Und verkünde denen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, (die frohe Botschaft,) dass ihnen Gärten zuteil werden, durcheilt von Bächen. Jedesmal, wenn sie mit einer Frucht daraus versorgt werden, sagen sie: “Das ist ja das, womit wir zuvor versorgt wurden”; doch es ist ihnen eine ihr ähnliche gegeben worden. Und darin haben sie vollkommen gereinigte Gattinnen. Und ewig werden sie darin bleiben.“ [2:25]

2. Dschābir (radiyallāhu ʿanhu) sagte: „Es kam ein Mann zum Propheten (sallallāhu ʿalayhi wa sallam) und sagte: ‘O Gesandter Allāhs, was sind die beiden (verpflichtend eintreffenden) Dinge (Mūdschibatān)?’ So sagte er: ‘Wer auch immer stirbt und Allāh nichts beigesellt, kommt ins Paradies und wer auch immer stirbt und Allāh etwas beigesellt, kommt in die Hölle.'” [Muslim, Nr. 93]

Die Gewaltigkeit des Tauhīd-Wortes

ʿAbdullāh bin ʿAmr bin al-ʿĀs (radiyallāhu ʿanhumā) berichtete, dass der Prophet (sallallāhu ʿalayhi wa sallam) sagte: “Als der Prophet Allāhs – Nūh (Noah) (sallallāhu ʿalayhi wa sallam) – im Sterben lag, sagte er zu seinem Sohn: “Ich werde dir nun von meinem Vermächtnis erzählen. Ich fordere dich auf, zweierlei zu tun und verbiete dir zweierlei: Ich fordere dich zu ‚Es gibt keinen Gott außer Allāh (lā ilāha illallāh)‘ auf, denn würden die sieben Himmel und die sieben Erden in eine Waagschale gelegt und ‚Es gibt keinen Gott außer Allāh (lā ilāha illallāh)‘ in die andere Waagschale, so würde ‚Es gibt keinen Gott außer Allah (lā ilāha illallāh)‘ schwerer wiegen. Und wären die sieben Himmel und die sieben Erden ein dunkler verschlossener Ring (halaqatan mubhamatan), so würde dieser durch ‚Es gibt keinen Gott außer Allāh (lā ilāha illallāh)‘ durchbrochen werden; Und ‚Gepriesen sei Allāh und gelobt sei Er (subhānallāhi wa bihamdihi)‘ ist das Gebet von jedem Ding und dadurch werden die Geschöpfe versorgt. Und ich verbiete dir den Polytheismus (schirk) und den Hochmut (kibr)…“ [al-Albānī, as-sahīhah, Nr. 134 ; Ahmad, Nr. 6583; Buchārī, Adab al-Mufrad, Nr. 558]

Der Vollkommene Tauhīd

Der Tauhid wird nur erreicht, wenn man Allāh einzig und allein, d.h. ohne Beigesellen eines Partners anbetet und zugleich ‚alles, was neben bzw. außer Allāh angebetet wird‘ (Tāghūt), meidet. So sagt der Erhabene:

 

 Und sicherlich, Wir haben in jeder Ummah (Nation) einen Gesandten entsandt (der da predigte): Betet Allāh (alleine) an und bleibt fern von den Tāghūt (alles, was neben bzw. außer Allāh angebetet wird)!“ [16:36]

Die Eigenschaften des Tāghūts

Ein Tāghūt ist: Jeder Diener, der das Maß überschreitet, wie die Anbetung von Götzen, oder das Befolgen von Wahrsagern oder Gelehrten des Übels, oder der Gehorsam gegenüber Befehlshabern und Vorgesetzten, welche sich nicht im Gehorsam Allāhs befinden.

Die Tawāghīt sind viele und ihre Anführer (Köpfe) sind fünf:

1. Iblīs, möge Allāh uns vor ihm Zuflucht gewähren. 
2. Jemand, der angebetet wird und sich damit zufrieden gibt. 
3. Jemand, der die Leute dazu aufruft, dass sie ihn anbeten sollen. 
4. Jemand, der behauptet etwas vom verborgenen Wissen zu besitzen.
5. Jemand, der mit etwas richtet, was Allāh nicht herabgesandt hat.

Allāh, der Erhabene, sagt:

 

 Allāh ist der Schutzherr derjenigen, die glauben. Er bringt sie aus den Finsternissen heraus ins Licht. Diejenigen aber, die ungläubig sind, deren Schutzherren sind die falschen Götter. Sie bringen sie aus dem Licht hinaus in die Finsternisse. Das sind Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben.“ [2:257]

Und alles Lob gebührt Allāh dem Herr der Welten.
[Auszug aus Muchtasar Fiqh al-Islāmī, S. 19-20, Scheich ʿAbdullāh at-Tuwaydschirī, übersetzt von Eyad Hadrous]
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Demnächst geht es inschāʾAllāh weiter mit:

„Was bedeutet Gottesdienst (ʿIbādah)?“
Derjenige, der das Recht hat angebetet zu werden und der Gottesdienst zusteht, ist Allāh allein. Die Anbetung erfolgt auf zwei Ebenen:
1. Der Gottesdienst
2. Das Mittel zum Gottesdienst