Der Unterschied zwischen Ratschlag und Verleumdung
Ibn al-Qayyim (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte:
„Wenn Verleumdung in Form eines Ratschlagens für Allāh, Seinen Gesandten und die muslimischen Diener geschieht, dann ist sie eine Annäherung zu Allāh und zählt zu den guten Taten. Wenn sie jedoch dazu dient, deinen Bruder herabzusetzen, seinen Ruf zu schädigen, sich über ihn lustig zu machen, ihn zu erniedrigen und seinen Stellenwert in den Herzen der Menschen zu mindern, dann ist sie eine schwere Krankheit und ein Feuer, das die guten Taten verzehrt, so wie das Feuer das Holz verzehrt.“ (Aus dem Buch: Die Seele, Seite 676)
[ʿAbdurrazzāq al-Badr, https://al-badr.net/muqolat/6740]
Erläuterung:
Ibn al-Qayyim erklärt hier den feinen Unterschied zwischen einem wohlmeinenden Ratschlag (an-Nasīha) und Verleumdung (al-Ghiba). Ein Ratschlag, der darauf abzielt, jemanden zu verbessern oder vor Schaden zu bewahren, ist eine gute Tat. Verleumdung hingegen, die darauf abzielt, jemanden zu beschämen oder herabzusetzen, ist eine schwere Sünde und zerstört die guten Taten.